Herbst 2004
Frühjahr 2004
Erklärungen der Österreichischen Bischofskonferenz im Herbst 2004
Vom 8. bis 10. November 2004 in Salzburg
1. Wahlen und Referate
Nach Ablauf der im Statut festgelegten sechsjährigen Funktionsperiode wurden Kardinal Dr. Christoph Schönborn als Vorsitzender und Msgr. Dr. Ägidius Zsifkovics als Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz für eine weitere Funktionsperiode wiedergewählt.
Diözesanbischof Dr. Klaus Küng wurde in die Finanzkommission gewählt und übernimmt den Vorsitz dieser Kommission.
In die Glaubenskommission wurden Erzbischof Dr. Alois Kothgasser, Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer und Weihbischof Dr. Franz Lackner gewählt.
Die Verantwortung für den Bereich Liturgie wird von Erzbischof Kothgasser gemeinsam mit Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari und Bischof Küng getragen. Bischof Kapellari nimmt weiterhin die Zuständigkeit für das Gesang- und Gebetbuch "Gotteslob" wahr, Bischof Küng vertritt die österreichischen Bischöfe in der Kommission für die Neuherausgabe des Messbuchs in deutscher Sprache.
An Stelle von Erzbischof Kothgasser wurde Bischof Scheuer zum Referenten für die Caritas gewählt, er übernimmt auch die Verantwortung für die österreichische Sektion der katholischen Friedensbewegung "Pax Christi".
Weihbischof Dr. Andreas Laun ist in Zukunft auch für die Kontakte zwischen Kirche und Sport zuständig, Militärbischof Mag. Christian Werner übernimmt (neben Diözesanbischof Maximilian Aichern) das Ko-Referat für die Ordensgemeinschaften.
2. Ehe und Familie
Die österreichischen Bischöfe betonen einmal mehr, dass für eine gedeihliche Entwicklung der Gesellschaft der besondere Schutz und die vorrangige Förderung der Familie auf der Grundlage der Ehe zwischen Mann und Frau von größter Bedeutung sind. Vor allem in der Familie wachsen nämlich Solidarität, Verantwortung, Fähigkeit zur Liebe und auch zur Konfliktbewältigung. Kinderreiche Familien verdienen besondere Wertschätzung und Förderung. Die Österreichische Bischofskonferenz bedankt alle in den letzten Jahren diesbezüglich unternommenen Maßnahmen von Staat und Gesellschaft. Die geringe Zahl der Kinder in unseren Ländern ist eines der größten Probleme Europas.
Gleichgeschlechtliche Beziehungen können einer Ehe zwischen Mann und Frau nicht gleichgestellt werden. Wesensmäßig Verschiedenes muss auch unterschiedlich benannt und behandelt werden. Dies ist keine Diskriminierung von homosexuell geneigten Menschen, deren Anspruch auf Respekt gegenüber ihrer Person nicht in Frage gestellt werden darf. Eine Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare lehnen die Bischöfe entschieden ab in der Überzeugung, dass eine solche Adoption weder dem Wohl der Kinder noch dem der ganzen Gesellschaft entspricht.
3. Fortpflanzungsmedizingesetz
Im Hinblick auf die Novellierung des Fortpflanzungsmedizingesetzes, die am Dienstag Tagesordnungspunkt des Ministerrates war, stellt die Österreichische Bischofskonferenz fest: In der Novelle gibt es auch weiterhin kein explizites Verbot von Präimplantationsdiagnostik, Klonen und Forschung an embryonalen Stammzellen.
Die Aufbewahrungsfrist für die bei der In-vitro-Fertilisation anfallenden "überzähligen" Embryonen, also menschliches Leben in seinem frühesten Stadium, ist von einem Jahr auf zehn Jahre erhöht worden. Das bedeutet keine Lösung der Problematik "überzähliger" Embryonen. Durch die Erhöhung der Aufbewahrungsfrist steigt die Gefahr, dass früher oder später tatsächlich diese "überzähligen" Embryonen für Forschungszwecke missbraucht werden. Somit bleibt die Novellierung hinter den berechtigten Erwartungen zurück.
Die österreichischen Bischöfe erinnern als positives Beispiel an die derzeitig gültige italienische Regelung vom Februar 2004, die menschliches Leben in seinem frühesten Stadium vor Selektion und Experiment schützt. An dieser Regelung wäre auch für die österreichische Legislative Maß zu nehmen.
Grundsätzlich rufen die Bischöfe in Erinnerung, dass nach kirchlicher Auffassung die In-vitro-Fertilisation einen Verstoß gegen die Würde des Menschen darstellt. Sie ersuchen die Verantwortungsträger, das Gesetz wenigstens im Hinblick auf folgende Punkte nachzubessern:
- Ausdrückliches Verbot von Menschenselektion durch Präimplantationsdiagnostik
- Ausdrückliches Verbot des Missbrauchs menschlichen Lebens durch Klonen und verbrauchende Embryonenforschung
- Beschränkung der Befruchtungsversuche in der Art, dass keine überzähligen Embryonen entstehen.
4. Katholischer Weltjugendtag 2005
Der Katholische Weltjugendtag mit Papst Johannes Paul II. findet im kommenden Jahr in Köln statt. Auch im Hinblick auf die räumliche und sprachliche Nähe laden die Bischöfe die österreichischen Jugendlichen herzlich ein, sich am Katholischen Weltjugendtag zu beteiligen.
Der Weltjugendtag steht unter dem Schriftwort aus dem Matthäusevangelium: "Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten". Der Glaube versteht dabei Anbetung als einen Dialog zwischen Gott und Mensch. Große symbolische Bedeutung hat beim Weltjugendtag der kostbare Dreikönigsschrein im Kölner Dom - auch dies ein Element, das im Hinblick auf die erfolgreiche Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar die österreichischen Jugendlichen in besonderem Maß mit dem Weltereignis im kommenden Jahr verbindet.
Die Veranstaltung findet in zwei Teilen statt: Von 11. bis 15. August kommen die Jugendlichen aus aller Welt in die verschiedenen deutschen Diözesen, um in Pfarrgemeinden und anderen Gemeinschaften das Leben der Menschen zu teilen. Dabei ist auch ein "Tag des sozialen Engagements" vorgesehen. Von 16. bis 21. August feiern die Jugendlichen in Köln ein Fest des Glaubens. Viele österreichische Bischöfe werden in Köln dabei sein und für die Jugendlichen Katechesen halten.
In Zusammenarbeit zwischen der Katholischen Jugend und den kirchlichen Erneuerungsbewegungen ("movimenti") ist in Österreich bereits die intensive Vorarbeit für das spirituelle Großereignis angelaufen. In Pfarrgemeinden, Schulen, Gebetsgruppen, Jugendzentren bereiten sich die Jugendlichen durch Vertiefung ihrer spirituellen Suche, durch gemeinsames Gebet und Pflege der Gemeinschaft, durch Werbung für den Weltjugendtag unter den Gleichaltrigen auf Köln 2005 vor. Mit Papst Johannes Paul II. bitten die österreichischen Bischöfe die jungen Leute, das Evangelium zu den Menschen zu bringen und "Wächter des neuen Morgens" zu sein.
5. Jahr der Eucharistie
Papst Johannes Paul II. hat mit Oktober 2004 das "Jahr der Eucharistie" ausgerufen. Die Kirche lebt aus der Eucharistie. Hier feiert sie das Geheimnis Gottes und das Geheimnis des Menschen. In der Messfeier wird der Blick auf Jesus Christus gerichtet, der in den eucharistischen Gestalten von Brot und Wein wirklich gegenwärtig ist.
Die Sonntagsmesse ist Höhepunkt, Mitte und Quelle des christlichen Lebens. Die Gemeinde, die sich zum Gottesdienst versammelt, begegnet im Wort der Heiligen Schrift und im Sakrament Christus. Wer in der Eucharistiefeier Wandlung erlebt, der wird auch um eine Verwandlung des Alltags im Sinn Jesu bemüht sein.
In der Urkirche wurde die Eucharistie als "Brotbrechen" bezeichnet. Das bedeutet, dass keiner für sich leben darf. Eucharistie sammelt um einen Tisch, den Altar, und fordert, für andere da zu sein. Die Feier der Eucharistie ist Vereinigung mit dem Opfer Christi und die kirchenstiftende Kraft schlechthin. Es entstehen Gemeinschaft, Verbundenheit, Mitsorge. Das Brotbrechen ist die Einladung, füreinander da zu sein.
Der verstorbene vietnamesische Kardinal Francois Xavier Nguyen-van-Thuan, der zwölf Jahre in Haft war, berichtet in seinen Erinnerungen: "Mit drei Tropfen Wein und einem Tropfen Wasser in der hohlen Hand und einem kleinen Hostienstück feierte ich Tag für Tag die Messe...Ich betete dabei so lang und innig, bis ich das Herz Christi in meinem Herzen schlagen hörte. Ich spürte, dass mein Leben das seine war, und sein Leben das meine".
Eine Fülle von Initiativen in allen österreichischen Diözesen gibt den Gläubigen im "Jahr der Eucharistie" Gelegenheit, ihr religiöses Leben zu vertiefen und davon auch ihren Alltag prägen zu lassen. Dankbar sind die Bischöfe für alle Initiativen, die die Anbetung auch außerhalb der Eucharistiefeier fördern.
6. Jubiläen des Jahres 2005
Das Jahr 2005 bringt für Österreich bedeutende Jubiläen: 60 Jahre Zweite Republik, 50 Jahre Staatsvertrag, 10 Jahre Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Die Kirche hatte wesentlichen Anteil daran, dass Österreich als freies und ungeteiltes Land wieder erstehen konnte. Hunderttausende Österreicherinnen und Österreicher haben vertrauensvoll um die Freiheit gebetet; der Gründer des Rosenkranz-Sühnekreuzzugs, P. Petrus Pavlicek, sagte einmal: "Ein betendes Volk müssen die Österreicher werden, dann werden sie Freiheit und Frieden erlangen". Die Kirche und die Katholiken haben aber auch entscheidend zur Erfolgsgeschichte der Zweiten Republik beigetragen. Diese Geschichte hat vom Zeitpunkt des Staatsvertrags an dazu geführt, dass Österreich trotz aller Probleme ein Land ist, das seinen Menschen Sicherheit, Frieden, Wohlstand und große Lebenschancen bietet. Auch die Rolle Österreichs im neuen Europa, in dem unser Land wieder in die Herzmitte des Kontinents gerückt ist, wurde wesentlich durch kirchliche Initiativen - wie etwa den Mitteleuropäischen Katholikentag - mit geprägt.
Der Höhepunkt der Jubiläumsfeiern im kommenden Jahr fällt mit dem Pfingstfest zusammen. Am Pfingstsamstag, 14. Mai, findet im Wiener Stephansdom eine ökumenische Vesper der christlichen Kirchen statt, am Pfingstsonntag, 15. Mai, stehen das Pfingsthochamt und das Te Deum im Stephansdom auch im Zeichen des Gedenkens an die Unterzeichnung des Staatsvertrages im Jahr 1955.
Auch viele andere Initiativen sind in Vorbereitung. "In der Liebe zu Österreich soll uns niemand übertreffen", lautete vor 50 Jahren ein Motto der Katholischen Jugend. Es hat auch heute Gültigkeit.
7. Verfassungskonvent
Die österreichischen Bischöfe begrüßen die Arbeit der ökumenischen Expertengruppe, die im Auftrag der gesetzlich anerkannten christlichen Kirchen den österreichischen Verfassungskonvent begleitet und eigenständige Vorschläge in diesen Konvent einbringt. Die Arbeit der ökumenischen Expertengruppe, die mit den Kirchenleitungen abgestimmt ist, stellt einen wichtigen Beitrag der Kirchen für die Entstehung einer neuen Bundesverfassung dar, insbesondere im Hinblick auf die Grundrechtsordnung.
Die österreichischen Bischöfe geben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die neue Bundesverfassung die Stellung der anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften in Österreich, insbesondere auf Grund ihrer Leistungen für Staat und Zivilgesellschaft, entsprechend wertet und auch den regelmäßigen Kontakt zur Klärung gemeinsamer Fragen ermöglicht. Die Bischöfe appellieren an den Verfassungskonvent, die vorgeschlagene Bestimmung in Bezug auf den freien Sonntag in die Verfassung aufzunehmen.
8. Mitteleuropäischer Katholikentag
In den Teilnehmerländern des Mitteleuropäischen Katholikentags wird die "Botschaft von Mariazell" schrittweise umgesetzt. Ausgehend von der "Wallfahrt der Völker" entsteht ein dichtes Netz von bilateralen und multilateralen Partnerschaften auf der Ebene von Bischofskonferenzen, Diözesen, Pfarrgemeinden, Ordensgemeinschaften, Laienorganisationen und -bewegungen, insbesondere auch im Bereich der Jugend. Bei der jüngsten Zusammenkunft der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der Teilnehmerländer in der slowakischen Hauptstadt Preßburg (Bratislava) waren ermutigende Berichte in diesem Sinn zu hören.
Zum ersten Jahrestag der "Wallfahrt der Völker" findet am 20./21.Mai 2005 die Wallfahrt in den bosnischen Marienort Kupres mit der Weihe jener Glocken statt, die bereits beim Höhepunkt des Mitteleuropäischen Katholikentags in Mariazell erklungen sind. Die katholische Kirche in Österreich möchte in Kupres ihre besondere Verbundenheit mit den bosnischen Katholiken zum Ausdruck bringen. Insbesondere geht es dabei auch um die konsequente Unterstützung des Heimatrechtes der Katholiken in Bosnien-Hercegovina - die internationale Gemeinschaft muss sich stärker dafür einsetzen, dass die Flüchtlinge und Vertriebenen in ihre Heimatorte zurückkehren und ihr Leben in Freiheit wieder aufbauen können.
Das ganze Jahr 2005 wird in den Teilnehmerländern im Zeichen des ersten Punktes der "Botschaft von Mariazell" ("Den Menschen Christus zeigen") stehen. So wird die Österreichische Pastoraltagung im Jänner sich mit dem Thema "Christus im und gegen den Zeitgeist" befassen. Im mährischen Brünn (Brno) wird sich ein internationales Familiensymposion mit der "Weitergabe des Glaubens in der Familie" auseinander setzen. In besonderer Weise soll die Thematik "Den Menschen Christus zeigen" auch bei den Fronleichnamsprozessionen des Jahres 2005 zum Ausdruck kommen.
Im Zeichen des Mottos "Christus - Hoffnung Europas" soll das durch den Mitteleuropäischen Katholikentag gewachsene Miteinander im Herzen unseres Kontinents in besonderer Weise beim 850-Jahr-Jubiläum der Basilika von Mariazell im Jahr 2007 sichtbar werden.
9. Frieden im Heiligen Land
Im Sinn eines Appells des katholischen Episkopats in den arabischen Staaten laden die österreichischen Bischöfe am 22. Dezember zu einem Tag des Fastens und Betens für den Frieden im Heiligen Land ein. Die Bischöfe bitten auch die anderen christlichen Kirchen in Österreich, sich diesem Gebetstag anzuschließen.
Die Christen gedenken am 24. Dezember der Geburt des Christuskindes, des "Fürstens des Friedens", in Bethlehem. 2.000 Jahre nach diesem Wendepunkt der Geschichte ist das Heilige Land - ebenso wie viele andere Krisengebiete - weit entfernt von Frieden. Der Psalmist sagt "Jeder ist in Jerusalem geboren". Weil die Christen diese Mitverantwortung spüren, möchten sie alles tun, damit dem Heiligen Land und allen seinen Menschen - mögen sie Juden, Christen oder Muslime sein - endlich Frieden geschenkt wird.
Erklärungen der Österreichischen Bischofskonferenz im Frühjar 2004
"Wallfahrt der Völker" nach Mariazell: Programm und Organisation
Dokumentation der Unterlagen, die das Vorbereitungsbüro für den Mitteleuropäischen Katholikentag zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz veröffentlicht hat
Architektur
Seitens der Österreichischen Bischofskonferenz ist Architekt Eduard Neversal mit der architektonischen Gestaltung der Aufbauten in Mariazell beauftragt. Ihm stehen die Architekten Harald Gnilsen (Erzdiözese Wien) und Manfred Fuchsbichler (Diözese Graz-Seckau) zur Seite.
Briefmarke
Auf Anregung der Österreichischen Bischofskonferenz legt die Österreichische Post anlässlich des Katholikentags einen Sondermarkenblock auf. Er enthält insgesamt sechs Marken (vier mit Motiven aus Mariazell, sowie je eine mit dem Bildnis von Papst Johannes Paul II. und dem Logo des Katholikentags). Die Präsentation des Sondermarkenblocks erfolgt am 28. April.
Europäische Union
Am 13./14. Jänner 2003 hat eine Delegation des Leitungskomitees eine Reise nach Brüssel unternommen, bei der EU-Kommissionspräsident Romano Prodi, anderen wichtigen Repräsentanten der Europäischen Union sowie der Kommission der Bischofskonferenzen in der EU (ComECE) das Projekt Mitteleuropäischer Katholikentag vorgestellt werden konnte.
Die Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich unterstützt das Projekt "Willkommen - Gemeinsam in Europa", das vom Generalsekretariat der Bischofskonferenz eingereicht wurde und von den katholischen Laienorganisationen durchgeführt wird. EU-Kommissionspräsident Prodi hat seine Teilnahme an der "Wallfahrt der Völker" bereits zugesagt.
Glocken
Acht neue Glocken, die die Teilnehmerländer des Mitteleuropäischen Katholikentags symbolisieren, werden zur "Wallfahrt der Völker" am 22. Mai in Mariazell erstmals erklingen. Die Glocken sind ein Geschenk der katholischen Kirche Österreichs an die katholische Kirche in Bosnien-Hercegovina. Im Anschluss an den Mitteleuropäischen Katholikentag werden sie als Zeichen der Verbundenheit in der wieder errichteten Kirche zur Heiligen Familie in Kupres in der Erzdiözese Sarajevo ihren Platz finden.
Gespendet werden die Glocken von den Diözesen Linz, Gurk, Graz-Seckau, St. Pölten sowie der Erzdiözese Salzburg und der Militärdiözese. Auch die burgenländischen Kroaten, die Frauenorden Österreichs, die Männerorden Österreichs und die Kroatische Gemeinde in Wien tragen zu den Kosten bei.
Internet
Seit September 2002 werden im Internet aktuelle Informationen über den Mitteleuropäischen Katholikentag auf Deutsch unter www.katholikentag.at angeboten. Die Homepage bietet u.a. einen elektronischen Newsletter, eine Fotodatenbank, einen elektronischen Shop, einen Pressespiegel, eine Übersicht über alle Veranstaltungen, zahlreiche Materialien und viel Hintergrundinformation. Informationen in den anderen Landessprachen werden über eine Homepage der jeweiligen nationalen Bischofskonferenz bereitgestellt.
Jugend
In den Monaten Juli und August 2003 ist die Jugend einen "Weg der Versöhnung" mit dem Weltjugendkreuz durch alle acht Länder gegangen. Unter dem Thema "Das Gesicht/Antlitz Jesu suchen" hat in allen acht Ländern eine Gebetsnacht der Jugend in der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober 2003 stattgefunden.
Im Rahmen der Wallfahrt der Völker findet in Mariazell von 21. bis 23. Mai ein Mitteleuropäisches Jugendtreffen statt. Rund 6.000 Jugendliche aus Bosnien-Hercegovina, Kroatien, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Österreich werden in der Nähe des Festgeländes größtenteils in Zelten in Mariazell untergebracht sein. Die Anmeldung für Österreich erfolgt über das Internet unter: www.katholikentag.at/jugend.
Liturgie
Nach der Eröffnungsfeier der Jugend am Freitag, 21. Mai, beginnt in der Basilika Mariazell die Nachtfeier. Ihr Leitgedanke ist: "Maria in unserer Mitte". Sie beginnt mit einer Lichtfeier bei der Gnadenkapelle, wo das Allerheiligste zur Anbetung die ganze Nacht über ausgesetzt bleibt. Die Gestaltung der Anbetungsstunden wird folgenden Ländern und Gruppierungen übertragen:
22.30 Uhr bis 23.30 Uhr: Tschechien; Gemeinschaft "Emmanuel"
23.30 Uhr bis 00.30 Uhr: Bosnien-Hercegovina; Männerorden
00.30 Uhr bis 01.30 Uhr: Kroatien; Frauenorden
01.30 Uhr bis 02.30 Uhr: Ungarn; griech.-kath. Gruppierungen
02.30 Uhr bis 03.30 Uhr: Österreich; Monastische Orden
03.30 Uhr bis 04.30 Uhr: Polen; "Oase"-Bewegung
04.30 Uhr bis 05.30 Uhr: Slowenien; Salesianer
05.30 Uhr bis 06.30 Uhr: Slowakei; Alumnen
Am Samstag, 22. Mai, beginnen die liturgischen Feiern um 6.30 Uhr mit der Laudes in der Basilika. Danach folgt die Prozession der Gnadenstatue zum Gottesdienstplatz (zirka 7 bis 8 Uhr).
Nachdem die Prozession am Festgelände angekommen ist und die Gnadenstatue auf ihren geschmückten Platz gebracht wurde, folgt eine achtteilige liturgische Vorfeier mit folgenden Elementen: Nennung des Landes, Entzünden der Votivkerze und Nennung des entsprechenden Gebetsanliegens, Strophe aus dem Lobpreis ("Gotteslob" Nr. 563) in der Landessprache und Anrufung der Heiligen des jeweiligen Landes mit Bilddarstellungen auf der Videowand, Glaubenszeugnis mit Einspielungen auf der Videowand, Schriftwort zum Rosenkranzgeheimnis, Rosenkranz in der jeweiligen Sprache, Lied in der jeweiligen Sprache.
Höhepunkt ist die Eucharistiefeier (von 11 bis 13 Uhr), die vom Wort Mariens: "Was Er euch sagt, das tut" geprägt ist. Nach der Proklamation der "Botschaft von Mariazell" folgt eine Prozession mit der Gnadenstatue durch das Volk am Festgelände. Danach wird die Gnadenstatue wieder in die Basilika gebracht. Für die Pilger beginnt danach ein "Fest der Begegnung" auf dem Festgelände.
Medaille
Anlässlich des Mitteleuropäischen Katholikentags wurde von der Österreichischen Bischofskonferenz zur Erinnerung an dieses Ereignis die Herstellung einer Medaille durch die "Münze Österreich" in Auftrag gegeben.
Das Motiv der Medaille zeigt ein Detail der Kelchschale des berühmten Tassilokelchs, eines der Hauptwerke der Schatzkunst aus karolingischer Zeit. Der Kelch, gestiftet von Herzog Tassilo III. von Bayern und seiner Gemahlin Liutpirc anlässlich der Gründung von Stift Kremsmünster (Oberösterreich), wird noch heute in dessen Schatzkammer aufbewahrt.
Durch den Kauf der Medaille wird die Teilnahme von Pilgern aus den Nachbarländern an der "Wallfahrt der Völker" unterstützt. Erhältlich ist die Medaille in allen "Raiffeisen"-Filialen (außer Kärnten, Tirol, Vorarlberg) sowie im Vorbereitungsbüro Mitteleuropäischer Katholikentag, Wollzeile 2, A-1010 Wien, office@katholikentag.at. Außerdem besteht die Möglichkeit der Online-Bestellung über die Website www.katholikentag.at.
Pilgerpaket
Das Pilgerpaket wird folgenden Inhalt (in einer Stofftasche) haben: Feierheft in sieben Sprachen, Radioempfänger, Kartonhocker, Pilgerschal, Regenschutz, Rosenkranz, Mineralwasser, Müsliriegel, Traubenzucker etc. Das Paket wird bei den Zugängen zum Festgelände in Mariazell ausgefolgt. Die Pilger erhalten in Mariazell auch eine warme Mahlzeit.
Pilgerscheck
Von den österreichischen Pilgerinnen und Pilgern soll bei der Anmeldung ein Beitrag von 10 Euro eingehoben werden. Die Österreicher werden aber auch gebeten, für die ausländischen Pilgerinnen und Pilger einen Pilgerscheck in der Höhe von 10 Euro zu erwerben. Die Bitte, solche Schecks zu erwerben, soll besonders auch an Personen gerichtet werden, die gerne nach Mariazell fahren würden, es aber z.B. gesundheitlichen Gründen nicht tun können.
Pressebetreuung in Mariazell
Das Pressezentrum für die Journalisten ist im Hotel "Feichtegger" in Mariazell untergebracht. Im Bereich des VIP-Zeltes am Festgelände ist auch ein Interview-Zelt vorgesehen. Die Presseakkreditierung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Bundespressedienst. Ansprechperson im Vorbereitungsbüro: Stefan Krobath.
Radio
Die Eucharistiefeier und wesentliche Teile des Programms sind mehrsprachig; es erfolgt eine Simultanübersetzung mittels UKW. Dazu erhalten alle Pilger ein Radio, wo auf sieben Frequenzen die jeweiligen Sprachkanäle empfangen werden können.
Pilgeraufnahme in den Pfarren
Viele Pfarren in Österreich sind bereit, (vornehmlich ausländische) Pilgerinnen und Pilger, die auf dem Weg nach bzw. von Mariazell sind, bei sich aufzunehmen und bieten Verpflegung und Unterkunft an. Begegnungen mit Gläubigen in Österreich und die gemeinsame Feier einer "Statio" oder der Sonntagsmesse sollen möglichst viele Menschen zueinander bringen.
Symposien
Im Rahmen des Katholikentags fanden bzw. finden acht gemeinsame Symposien der Bischofskonferenzen zu folgenden pastoralen und gesellschaftspolitischen Fragen statt:
- Christliche Werte in der Europäischen Union" (28./30. September 2003 in Budapest), Veranstalter: Ungarn, Slowakei, Österreich
- "Lebensethik" (3./5. Oktober 2003 in Bratislava/Preßburg), Veranstalter: Slowakei, Ungarn, Österreich
- "Die Geschichte verpflichtet zur Verantwortung - Märtyrer und Glaubenszeugen" (7./8. November 2003 in Sarajevo), Veranstalter: Bosnien-Hercegovina, Österreich
- "Vermittlung von religiösen Inhalten in einer pluralen Gesellschaft" (5./9. November 2003 in Celje/Cilli), Veranstalter: Slowenien, Österreich
- "Gesellschaft und Wirtschaft im Umbruch - Kirchliche Mitwirkung am Zukunftsprojekt Europa" (28./30. Jänner 2004 in Wels), Veranstalter: Österreich, Slowenien, Kroatien
- "Wie werden wir morgen leben - Strategien angesichts der demographischen Entwicklung in Europa" (12./14. März 2004 in Brünn/Brno), Veranstalter: Tschechien, Kroatien, Österreich, Ungarn
- "Neue Herausforderungen in der Ehe- und Familienpastoral" (23./25. April 2004 in Zagreb/Agram), Veranstalter: Kroatien, Tschechien, Österreich, Ungarn
- "Landwirtschaft - Ländlicher Raum" (13.-16. Mai 2004 in Warschau), Veranstalter:
Polen, Österreich
An den Symposien nahmen/nehmen Multiplikatoren sowie die jeweiligen Referatsbischöfe der acht Länder teil.
Verkehr
Das Verkehrskonzept ermöglicht Raum für zirka 1.000 Autobusse und rund 12.500 PKW in Mariazell. Bei der An- und Abreise sind längere Fußwege einzurechnen. Es wird dringend empfohlen, dass Pilger mit Autobussen anreisen. Diese Autobuswallfahrten müssen sich über die diözesanen Wallfahrtsbüros anmelden und erhalten eine vorgeschriebene Anfahrtsroute.
Damit bis zu 80.000 Pilger rechtzeitig bis 11 Uhr am Festgelände eintreffen, muss eine gestaffelte Anreise in Form eines dichten Verkehrsstroms bereits ab 5 Uhr früh erfolgen. Die Abreise ist jederzeit nach der Hl. Messe möglich.
Bezüglich des Grenzübertritts nach Österreich haben die zuständigen staatlichen Stellen eine zügige Kontrolle der gekennzeichneten Pilgerbusse zugesagt.
Vorbereitungsbüro
Die sekretarielle Unterstützung und Gesamtkoordination des Mitteleuropäischen Katholikentags (sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene) erfolgt durch das Vorbereitungsbüro in Wien. Es steht unter der Leitung von Paul Wuthe, hat seinen Sitz im Erzbischöflichen Palais in Wien (Wollzeile 2, 1010 Wien, Tel.: 01/515.52/35.95, Fax:01/513.87.44, E-Mail: office@katholikentag.at) und ist seit September 2002 in Betrieb. Seither werden auch im Internet aktuelle Informationen auf Deutsch unter www.katholikentag.at angeboten.
Wallfahrtskoordination
Insgesamt werden am 22. Mai 2004 zur "Wallfahrt der Völker" nach Mariazell rund 60.000 bis 80.000 Pilger aus Bosnien-Hercegovina, Kroatien, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Österreich erwartet. Dazu wurden in allen österreichischen Diözesen Wallfahrtskomitees eingerichtet. Darüber hinaus sind auf nationaler Ebene von den Bischofskonferenzen der acht Länder Wallfahrtskoordinatoren bestellt. Mit dieser Aufgabe wurde in Österreich Prälat Heinrich Schnuderl (Diözese Graz-Seckau) betraut.
Willkommen-Gemeinsam in Europa
Die Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich unterstützt das Projekt "Willkommen-Gemeinsam in Europa", das vom Generalsekretariat der Bischofskonferenz eingereicht wurde und von den katholischen Laienorganisationen durchgeführt wird. Das Projekt enthält fünf konkrete Aktivitäten, die sich aufeinander beziehen, und Information über die Beitrittsländer und den Erweiterungsprozess der EU mit der konkreten Begegnung mit Menschen aus diesen Ländern verbinden:
1. Eine Plakataktion in Pfarren und kirchlichen Einrichtungen zur Einstimmung auf das Beitrittsdatum 1. Mai 2004
2. Die Aktion "Facts and Fiction" in Zusammenhang mit Medienkooperationen
3. Eine Kampagnemappe, die neben Unterlagen zum Gesamtprojekt auch Materialien und Methodenvorschläge zu Aktivitäten auf lokaler Ebene und mit Kleingruppen beinhaltet
4. Die konkrete Aktion "Willkommensfeste am 1. Mai 2004 - eine Menschen-Perlen-Kette, das größte Händeschütteln Europas"
5. Das Vernetzungstreffen von österreichischen Laienorganisationen mit ihren Partnern in Mitteleuropa "Christen auf dem Bauplatz Europa", das mit einer Straßenaktion in Wien verbunden ist (20./21. Mai 2004)
Ziele des Katholikentags
Der Mitteleuropäische Katholikentag ist ein Prozess, der rund ein Jahr dauert. Das Motto lautet "Christus - Hoffnung Europas". Bei vielen Gelegenheiten wurden die Ziele des gemeinsamen Projekts so beschrieben:
- Als Kirche Grenzen überwinden und Zeichen der Versöhnung setzen, denn die tragische Geschichte des 20. Jahrhunderts hat die Völker in unserem Raum entzweit. Dieses traurige Erbe gilt es zu bewältigen, es darf nicht die gemeinsame Zukunft vergiften.
- Gemeinsam die Quellen des Christseins auf unserem Kontinent - entlang der Pilgerstraßen Europas und an den großen Heiligtümern - wieder entdecken und dieses positive Erbe für die gemeinsame Zukunft fruchtbar machen.
- Als Christen gemeinsam am Bauplatz Europa tätig werden und zur gesellschaftspolitischen Verantwortung ermuntern.
Wallfahrtskomitees in den Diözesen
Eisenstadt: Pastoralamt, 7001 Eisenstadt, St.Rochus-Straße 21, Telefon 02682/777-242, Fax 02682/777-252 (Christine Billes), E-Mail: christine.billes@kath-kirche-eisenstadt.at
Feldkirch: Pastoralamt, 6800 Feldkirch, Bahnhofstraße 13, Telefon 05522/34.85/145, Fax 05522/34.85/222 (Walter Schmolly), E-Mail: walter.schmolly@kath-kirche-vorarlberg.at
Graz-Seckau: Pastoralamt, 8010 Graz, Bischofplatz 4, Telefon 0316/80.41/377, Fax 0316/80.41/368 (Eva Draxl), E-Mail: draxl@kath-kirche-graz.at
Gurk: Pastoralamt, 9020 Klagenfurt, Viktringer Ring 26, Telefon 0463/545.87/31.03, Fax 0463/545.87/31.09 (Judith Reichelt), E-Mail: reichelt@dpu.at
Innsbruck: Seelsorgeamt, 6021 Innsbruck, Riedgasse 9, Telefon 0512/22.30/502, Fax 0512/22.30/508 (Florian Huber), E-Mail: florian.huber@dioezese-innsbruck.at
Linz: Pastoralamt, 4010 Linz, Kapuzinerstraße 84, Telefon 0732/76.10/34.11, Fax 0732/76/10/37.79 (Bernhard Rudinger), E-Mail: kath.aktion@dioezese-linz.at
Militärdiözese: 1070 Wien, Mariahilfer Straße 24/I/3, Telefon 01/52.00/28.030, Fax 01/52.00/17.110 (Walter Schaufler), E-Mail: ws@mildioz.at
Salzburg: Seelsorgeamt, 5010 Salzburg, Kapitelplatz 2, Telefon 0662/80.47/20.60, Fax 0662/80.47/20.69 (Präl. Balthasar Sieberer), E-Mail: seelsorgeamt@seelsorge.kirchen.net
St.Pölten: Pastoralamt, 3100 St. Pölten, Klostergasse 15, Telefon 02742/398/307, Fax 02742/398/382 (Axel Isenbart), E-Mail: katholikentag@kirche.at
Wien: Diözesanbüro zur Vorbereitung des Katholikentags, 1010 Wien, Stephansplatz 6/6, Telefon 01/515.52/33.73, Fax 01/515.52/22.00 (Johannes Pesl, Margit Piriwe), E-Mail: mekt-wien@edw.or.at