Pfingstereignis in Weiz soll heuer "Lust am Leben" schüren
Initiator des seit 22 Jahren begangenen Pfingsttreffens, Fery Berger, sieht in "Früchten" wie dem Behindertenverein "Christina lebt!", der "Solidarregion Weiz" oder dem "Way of Hope" Gottes Geist am Werk
Graz, 07.06.11 (KAP) "Lust am Leben" lautet das Motto des diesjährigen Weizer Pfingstereignisses. Mit einer Reihe von Veranstaltungen mit politisch-kulturell-spirituellem Akzent wird in der oststeirischen Bezirksstadt bereits seit Mitte Mai das "Geburtsfest der Kirche" gefeiert und das Wirken des Heiligen Geistes erlebbar. Gegen das Miss-Verständnis eines Christentums, das ein "Leben im Tränental" propagiert und wo "das Lachen verpönt" ist, solle das Weizer Pfingstereignis zur Freude am Leben ermutigen, heißt es im Programmheft. Höhepunkt ist der Pfingstgottesdienst am 12. Juni in der Weizbergkirche, den diesmal der Gründer des "Hauses der Stille" in Heiligenkreuz bei Graz, Karl Maderner, leitet.
Der Initiator des Weizer Pfingstereignisses, der Theologe Fery Berger, erinnerte zum Motto "Lust am Leben" an ein Wort von Johannes vom Kreuz; der spanische Mystiker habe die Überzeugung geäußert, dass ein vollkommenes Leben in Gott den Menschen innerlich und äußerlich in eine Feststimmung versetzte. Jenseits eines "oberflächlichen Wellness-Programms" gehe es dem Organisationsteam darum, mit Kunst, Musik, Literatur, mit Gesprächen über gesellschaftliche Brennpunkte, mit Straßenfest, Verkostung verschiedener Spezialitäten und Humor, aber auch mit Meditation, einer "Spirituellen Nacht" am 11. Juni und dem Pfingstgottesdienst am 12. Juni zu vermitteln, dass der Glaube den Blick weitet und das Herz öffnet - so wie in der Bibel das erste Pfingsten beschrieben wird.
Es begann mit einem Jugendtreffen 1989
Fery Berger schilderte im Gespräch mit "Kathpress" die Entwicklung des Weizer Pfingstereignisses vom Beginn als Jugendtreffen im Jahr 1989 bis zur gegenwärtigen "vieldimensionalen Bewegung". Im Laufe der Jahre sind Sozialeinrichtungen wie der Behindertenbetreuungsverein "Christina lebt", eine Brasilien-Solidaritätsgruppe, sowie ein "Spiritueller Weg" entstanden, der zeitgemäße Pilgererfahrungen ermöglichen soll. Ein Kennzeichen ist auch die kontinuierliche Präsenz von anspruchsvoller Gegenwartskunst am Weizberg. Jüngste Früchte sind die "Solidarregion Weiz", eine überparteiliche und konfessionsübergreifende "Initiative für eine Globalisierung an der Basis", sowie der grenzüberschreitende "Way of Hope", der der globalen Wirtschafts- und Öko-Krise mit spiritueller Energie begegnet.
In allem wirkt der Grundsatz "Je spiritueller, desto solidarischer" - laut Berger die Überzeugung, dass Glaubenstiefe zu konkretem politischem Engagement führen muss. Zuletzt zeigte sich dies in dem maßgeblich von Weiz getragenen Widerstand gegen die Auswirkungen des Sparpakets der steirischen Landesregierung auf den Behindertenbereich, der dann tatsächlich am vergleichsweise "ungeschorensten" bei den Einsparungen davonkam.
Kirche muss "Stimme der Stimmlosen" sein
"Stimme der Stimmlosen sein", das ist nach den Worten Bergers auch eine stets zeitgemäße Aufgabe für die Kirche. Gerade jetzt, in Krisenzeiten, gelte es sich wieder darauf zu besinnen - und nicht auf Imagekampagnen oder "seelsorgliche Großraumpflege" zu setzen. Fery Berger wünscht seiner Kirche mehr Sensorium für prophetische Sprache und prophetisches Handeln und weniger Ängstlichkeit und Bemühen, Überkommenes abzusichern.

