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St. Pölten, 24.01.2012 (KAP) Als "Ruferin in der Wüste der sozialen Ungerechtigkeiten der damaligen Zeit" hat Sr. Elvira Reuberger von den Amstettner Franziskanerinnen die künftige Selige Hildegard Burjan bezeichnet. "Hildegard Burjan hat in ihrer Zeit mit unglaublichem Weitblick das soziale Gewissen ihrer Zeitgenossen aufgerüttelt", sagte Sr. Reuberger im Rahmen eines Treffens von Ordensleuten der Diözese St. Pölten im Stift Seitenstetten.
Die Franziskanerin hob u. a. den Mut und die Hingabefähigkeit Burjans hervor. Es sei bewundernswert, was Burjan alles unternommen habe, um sich für die Würde und die Rechte ausgebeuteter, gering geachteter und an den Rand der Gesellschaft gedrängter Frauen einzusetzen: "Sie scheute keine Mühen und ging bis ans Äußerste ihrer Lebenskraft, um trotz aller Schwierigkeiten mit großer Entschiedenheit ihren Weg weiter zu gehen."
Als Ziel dieses Weges habe Burjan "uns allen die soziale Gerechtigkeit für alle Menschen ans Herz gelegt", so die Franziskanerin. Damit sei auch den Auftrag verbunden, "wach und hellhörig dafür zu bleiben, wo in unserer Zeit Menschen unter ungerechten und diskriminierenden Strukturen zu leiden haben".
Hildegard Burjan habe Tag für Tag dafür gelebt, "dass Gott uns in unserer konkreten Wirklichkeit begegnet", sagte Sr. Reuberger. Wie Burjan in ihrem "Da-Sein" für die Ausgegrenzten und Benachteiligten gelebt habe, sei es "unsere Berufung, mit unserem Leben ein Zeichen für die erbarmende Liebe Gottes und für die Gegenwart Christi in der Welt zu sein", appellierte Reuberger an die rund 60 Ordensfrauen und -männer aus der Diözese St. Pölten, die nach Seitenstetten gekommen waren.
Burjan als "Ermutigung für heute"
Das diözesane Ordenstreffen am 22. Jänner im Stift Seitenstetten stand unter dem Motto "Selige Hildegard Burjan - Eine Ermutigung für heute". Neben Sr. Reuberger gaben die "Caritas Socialis"-Schwestern Sieglinde Ruthner und Susanne Krendelsberger Impulse zur Person Hildegard Burjans. Burjan, die Gründerin der Wiener Schwesterngemeinschaft "Caritas Socialis", wird am 29. Jänner in Wien seliggesprochen.
Zum Jubiläum im Stift Seitenstetten
Zum Abschluss des Treffens wurde zur feierlichen Vesper in die Stiftskirche u. a. mit "Hausherr" Abt Berthold Heigl geladen. Das diesjährige diözesane Ordenstreffen fand anlässlich des 900-Jahr-Jubiläums des Stiftes Seitenstetten im niederösterreichischen Benediktinerstift statt.
Zu gemeinsamen Veranstaltung der Ordensfrauen und -männer hatten stellvertretend der Melker Abt Georg Wilfinger als Vorsitzender der diözesanen Superiorenkonferenz und die Generaloberin der Franziskanerinnen Amstetten, Sr. Franziska Bruckner, als Vorsitzende der diözesanen Frauenorden geladen.
