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Höflich und kompetent: Was Christen im Netz beachten sollten
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Kulturjournalist Kissler über das "christliche Proprium" bei der Netzkommunikation - Medienreferent der Bischofskonferenz, Wuthe: "provokant, aber nicht polemisch"

10.05.2012

Wien (KAP) "Verlässlichkeit, Höflichkeit, Kompetenz und Persönlichkeit" - das sind dem Kulturjournalisten Alexander Kissler zufolge die zentralen Qualitäten, "das christliche Proprium", das Christen in die Netz-Kommunikation einbringen können. Oftmals seien diese Qualitäten im Internet Mangelware, daher läge gerade darin eine große Chance für die Kommunikationsarbeit der Kirchen. Nur so könne es außerdem gelingen, so Kissler unter Verweis auf Papst Benedikt XVI., ein "neues Ökosystem" im Netz zu schaffen, "das Stille, Wort, Bilder und Töne in ein neues Gleichgewicht bringen kann". Weitere Qualitäten christlicher Webnutzung müssten darin bestehen, "provokant, aber nicht polemisch" zu berichten, ergänzt dazu der Medienreferent der Österreichischen Bischofskonferenz, Paul Wuthe.

 

Über die Rolle der Christen im Internet hatten Kissler, Wuthe, aber auch der für die sozialen Kommunikationsmittel zuständige Kurienerzbischof Claudio Maria Celli jüngst bei einer Tagung in Stift Heiligenkreuz referiert.

 

Eine Chance ortet der Journalist und bekennende "Papst-Fan" Kissler in symbolträchtigen Aktionen und Initiativen: So könnten christliche Web-Initiativen etwa durch ein zeichenhaftes "schwarzes Verhängen" ihrer Websites am Karfreitag und -samstag dazu beitragen, "die Ritualfähigkeit des spätmodernen Menschen zu stärken". Immerhin böte das Internet gerade im Blick auf die Jugend die Möglichkeit, möglichst breite "User-Schichten" zu erreichen, sind doch - rein statistisch betrachtet - bereits 90 Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 29 Jahren "online" bzw. in einem sozialen Netzwerk aktiv.

 

Zugleich dürfe man das Netz jedoch auch nicht einseitig positiv betrachten, mahnte Kissler. So bestehe die Gefahr, dass ein Höchstmaß an Transparenz zugleich "verschwistert mit Totalitarismus" sein könnte. Es habe sich eine "Beweislastumkehr" eingestellt: "Nicht mehr derjenige, der von sich im Netz etwas preisgeben möchte, muss sich rechtfertigen, sondern derjenige, der nichts von sich preisgeben möchte."

 

"Provokant aber nicht polemisch"

 

Einblick in die professionelle Kommunikationsarbeit der Katholischen Kirche in Österreich gab in Heiligenkreuz Medienreferent Wuthe von der Bischofskonferenz. Er verwies auf die Verknüpfung von kirchlicher Kommunikationsarbeit und den basalen Vollzug des christlichen Glaubens: Verkündigung, Liturgie, gelebte Nächstenliebe und Gemeinschaft seien nicht nur im "Analogen" praktischen Leben Maßstäbe der Kommunikation sondern auch im "Netz", so Wuthe, der zugleich Konsultor im päpstlichen Medienrat ist.

 

Aus dieser Verknüpfung ergebe sich auf der einen Seite eine hohe Wertschätzung für das bestehende christliche Engagement in den sozialen Netzwerken als "neues Feld des Laienapostolats, des Zeugnisses und der Neuevangelisierung". Auf der anderen Seite müsse kirchliche Kommunikation den Unterschied zwischen Polemik und Provokanz beachten: "Kirchliche Kommunikation darf provokant sein, aber nicht polemisch werden", so Wuthe. Skandalisierung sei nicht der Weg kirchlichen Kommunizierens. Dieses müsse sich vielmehr an den Prinzipien einer prinzipiellen "Offenheit für alle" orientieren und "öffentlich statt geheim oder hermetisch" sein und vor allem ein "authentisches, nicht inszeniertes Zeugnis" darstellen.

 

 

 

 

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