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"Blogozese": Katholischer Blog-Boom auch in Österreich
bilderbox.at

Tagebücher engagierter Katholiken sorgen für "Bottom-up-Bewegung" - Vernetzung nimmt zu - Anstoß gab u.a. ein Blogger-Treffen im Vatikan

10.05.2012

Wien (KAP) War man als "katholischer Blogger" vor wenigen Jahren noch ein Exot, so erfreut sich die Szene mittlerweile einer immer größeren Beliebtheit. Schon wurde das Kunstwort der "Blogozese" geschaffen, um auf dem gleichnamigen Portal www.blogozese.at einige dieser Online-Tagebücher engagierter Christen zusammenzuführen. Auch www.kirche20.at und www.thematisch.at sind Sammel- und Einstiegsportale in die neue Welt christlicher Online-Kommunikation in Österreich. Insgesamt haben sich auf den Portalen bereits über 40 katholische Blogger vernetzt.

 

Eine genaue Zahl an dezidiert katholischen Bloggern ist schwer auszumachen, da sich viele Blogger keiner Community oder Plattform direkt anschließen. Auch aus den österreichischen Stiften heraus bloggen immer mehr Ordensleute, wie etwa P. Johannes Paul Jacob Chavanne; er ist mittlerweile "Social Media"-Beauftragter des Stiftes Heiligenkreuz und Organisator der jüngsten Tagung "Gott im Web". Als einer von insgesamt sechs österreichischen Teilnehmern hatte er im vergangenen Jahr das große Blogger-Treffen im Vatikan besucht.

 

Das Treffen, bei dem rund 150 Blogger aus der ganzen Welt der Einladung in den Vatikan gefolgt waren, stellte gerade für die katholische Blogger-Szene in Österreich einen wichtigen Anstoß dar, waren sich die Teilnehmer einig. Auf Einladung des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel und des Päpstlichen Kulturrates diskutierten die Teilnehmer im vergangenen Mai über Ziele, Strategien und das Verhältnis von freier Rede und Lehramt im "Social Web". Der Vatikan - allen voran Presseamtschef P. Federico Lombardi und der Präsident des Medienrates, Erzbischof Claudio Maria Celli - unterstützen die aufstrebende Szene ausdrücklich.

 

Gerade im Blick auf das Zentralthema der "Neuevangelisierung" bietet den Vatikan-Verantwortlichen zufolge das "Social Web" große Chancen, vor allem junge Menschen zu erreichen, die kaum mehr im Kontakt zu den etablierten kirchlichen Institutionen stehen, so die Verantwortlichen. Von einem "Paradigmenwechsel" in der kirchlichen Kommunikationsarbeit sprachen die Teilnehmer damals. Kirche müsse verstärkt dorthin gehen, wo junge Menschen heute seien - ins Internet. Die offene, unreglementierte Kommunikation in Form von Blogs sei da unerlässlich.

 

Andrea Mayer-Edoloeyi, "SocialMedia-Managerin" der Diözese Linz, spricht daher von einer "Bottom-up-Bewegung", in der die zuvor oft "stumme" Masse der an der Basis engagierten Christen plötzlich zu Kommunikatoren werden. Blogs können so zu Sprachrohren werden - und durchaus auch kontroverse Themen aufbringen. Auf der Suche nach einer neuen Kommunikationsstrategie - da ist sich Mayer-Edoloeyi sicher - kommt die Kirche jedenfalls "nicht mehr an jenen engagierten Christen vorbei, die selbst aktiv in 'Social Media' sind". "Fragen und Lernen" müsse dabei auch für die Kirche stets "im Vordergrund" stehen.

 

Im übrigen ist auch in Deutschland die katholische Blogger-Szene im Aufbruch. Eine Übersicht ("Blogroll") über aktuelle Blogs bietet etwa das Medienportal der Erzdiözese Freiburg, www.sende-zeit.de. Evangelische Blogs finden sich u.a. auf www.evangelisch.de.

 

 

 

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