Druckansicht - Tuesday 21. May 2013

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Kapellari: "Christus will auferstehen in Leben aller Christen"
kathbild.at

Grazer Bischof betont am Ostersonntag: Wer nicht auf "winterlichen Bodennebel" und "Gefühl von Stagnation" fixiert ist, sieht in Kirchen "viel Osterlicht", Freude und Früchte des Glaubens

08.04.2012

Graz (KAP) "Christus möchte auferstehen in das Leben aller Christen." Wo dies geschehe, "da ist wirklich Ostern". Das hat der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari in seiner Predigt am Ostersonntag im Grazer Dom betont. Er ortete in vielen Kirchen im deutschsprachigen Raum "winterlichen Bodennebel" und "ein Gefühl von Stagnation". Wer aber nicht darauf fixiert sei, könne "weltweit und auch in unserem Land viel Osterlicht, viel Freude am Glauben und viele gute Früchte dieses Glaubens im Dienst der ganzen Gemeinschaft und der Kirche" erkennen.

 

In Ländern Europas erlebe Kirche einen "Transformationsprozess", aber auch "neue Aufbrüche": "Eine flächendeckend engmaschige Präsenz kirchlichen Lebens wird immer mehr abgelöst durch Glutnester, die zueinander einen größeren Abstand haben als viele bisherige Pfarren", erklärte Kapellari. Diese Glutnester seien "Leuchttürme, die in die säkulare Gesellschaft hinein strahlen". In dieser "Zeit des Übergangs" gebe es auch "Disharmonien, begleitet von Ratlosigkeit oder Aggression" und Kontroversen darüber, "was die Kirche an Überkommenen loslassen und woran sie gegen manche Trends festhalten muss".

 

Kapellari: "Wer die Bibel und die Kirchengeschichte gut kennt, wird sich in dieser Situation keiner Katastrophenstimmung ausliefern. Er weiß, dass Gott die an ihn Glaubenden einzeln oder als Gemeinschaft immer wieder nicht nur durch Grünland, sondern sozusagen auch durch Wasser und Feuer geführt hat."

 

Das "seltene Gold radikaler christlicher Liebe" sei immer wieder auch "aus dem Schmelzofen des Leidens" gewonnen worden: "Es ist ein Leiden, das einzelnen Christen und ihren Gemeinschaften stellvertretend für die vielen anderen Christen auferlegt wird", sagte der Grazer Bischof mit Blick auf die Christenverfolgungen weltweit.

 

Generell lebten Christen ihr Christsein auf unterschiedliche Weise "im weiten Bogen von Heiligkeit im intensivsten Sinn des Wortes 'heilig' bis zu einer bloßen Berührung des Mantelsaums Jesu Christi", sagte Kapellari.

 

Der alte Ostergruß "Christus ist auferstanden" und die darauf bezogene Antwort "Er ist wahrhaft auferstanden" sei "nicht bloß ein ästhetisch-kulturelles Erbe, sondern Ansage der Wirklichkeit, für die es sich lohnt zu leben und zu sterben", betonte der Bischof. Kapellari: "Unsere Kirche ist befleckt durch Sünden, aber sie ist zugleich auch schön, weil es so viele ernsthaft glaubende und liebende Christenmenschen gibt."

 

 

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