Druckansicht - Monday 20. May 2013

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Papstauftritt für Gewandhausorchester "absoluter Höhepunkt"

Weltweit renommiertes Ensemble spielt am 20. April in der vatikanischen Audienzhalle zum Geburtstag Benedikts XVI. - Gratulationen auch aus der Ökumene

13.04.2012

Berlin-Vatikanstadt, 13.04.2012 (KAP) Der Leipziger Gewandhausdirektor Andreas Schulz hat das Ständchen des weltweit renommierten Gewandhausorchesters zum 85. Geburtstag von Papst Benedikt XVI. als "absoluten Höhepunkt" in der Geschichte des Ensembles bezeichnet. Für alle Mitglieder sei es eine große Ehre, vor dem Papst in der Audienzhalle des Vatikan auftreten zu dürfen, sagte Schulz am Freitag.

 

Am 20. April, vier Tage nach dem Geburtstag des Papstes, führt das Orchester Felix Mendelssohn Bartholdys Sinfonie-Kantate "Lobgesang" auf. Dem Text des Werkes liegt eines der berühmtesten evangelischen Kirchenlieder zugrunde, "Nun danket alle Gott" von Martin Rinckart (1586-1649). Es ist ein Stück musikalischer Ökumene, denn das Lied findet sich auch im katholischen Gesangbuch "Gotteslob".

 

Schulz erklärte weiter, er sei glücklich über die Liedauswahl des Papstes. Schließlich sei Mendelssohn Bartholdy selbst lange Jahre Kapellmeister des Gewandhausorchesters gewesen. Der Kontakt zum Vatikan sei ursprünglich durch eine Begegnung Chaillys mit dem Bürgermeister von Mailand entstanden.

 

Vor dem "Leipzig-Tag" wird der Vatikan am Montag vorübergehend zur heimlichen Hauptstadt von Bayern: Bayerische Diözesanbischöfe, Benedikts Münchner Nachfolger Kardinal Friedrich Wetter sowie Ministerpräsident Horst Seehofer mit einer großen Delegation haben sich im Apostolischen Palast angesagt. Der Rest Deutschlands wird vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, repräsentiert.

 

Um 9 Uhr steht eine Messe mit Zollitsch und den bayerischen Bischöfen in der Cappella Paolina im Apostolischen Palast auf dem Programm. Anschließend empfängt der Papst die Gratulantenschar.

 

Gratulationen auch aus der Ökumene

 

Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, nimmt an der Messe in der Cappella Paolina teil. Glück würdigte am Freitag den Einsatz des Papstes für Frieden, Ökumene und interreligiösen Dialog. Benedikt XVI. ermutige auch die katholischen Laien immer wieder, ihren Beitrag zur Lebendigkeit der Kirche zu leisten und eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu spielen. "Ihre Wertschätzung unseres Engagements in der Öffentlichkeit und im Leben der Kirche ist für uns Laien Stärkung und Antrieb, immer wieder neu nach Wegen zu fragen, auf denen wir Jesus Christus und seine Botschaft den Menschen von heute vermitteln können", betont er in einem Glückwunschschreiben.

 

Erzbischof Zollitsch hatte zuvor erklärt, die deutschen Bischöfe wollten dem Papst dafür danken, "was er für die Kirche in Deutschland getan hat". Der Erzbischof würdigte den Jubilar als "einen der größten lebenden Theologen der katholischen Kirche". Er könne Theologisches so formulieren und aussprechen, dass es für viele begreifbar werde. Benedikt XVI. sei begeistert von der Schönheit des Glaubens.

 

Zentral für den Papst ist nach Einschätzung des Erzbischofs die Frage nach dem Glauben heute. Vor dem Hintergrund einer starken Säkularisierung und einer enormen Vielfalt religiöser Angebote betone Benedikt XVI., dass eine neue Evangelisierung notwendig sei. Es gelte auch, die Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils neu zu erarbeiten und neu in die Gegenwart zu holen, so Zollitsch.

 

Bischof Gebhard Fürst von Rottenburg-Stuttgart würdigte Benedikt XVI. als Theologen, der einen Weg der Verständigung mit säkularen Denkern gefunden habe. Es gehe dem Papst darum, dass sich der Glauben vor der Vernunft ausweisen könne. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen bekräftigte in einem Glückwunschschreiben die "tiefe Verbundenheit zum Stuhl Petri" seit den Tagen des heiligen Bonifatius.

 

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, wünscht Benedikt XVI. zum 85. Geburtstag "Gottes Geleit für sein schweres Amt". Er habe den Papst "als einen Bruder in Christus erlebt", sagte Schneider der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. Er habe die Hoffnung, dass der Papst "unseren Weg auch in einem ökumenischen Geist weiterhin begleiten" werde.

 

Als erster Papst habe Benedikt XVI. eine Wirkungsstätte des Reformators Martin Luther besucht, hob der Ratsvorsitzende hervor: "Das war ein starkes ökumenisches Zeichen." Er sehe auch "mit großem Respekt", wie der Papst mit den "dunklen Seiten" der katholischen Kirche umgehe, so Schneider unter Hinweis auf den Missbrauchsskandal.

 

 

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