Inhalt:
Ciudad de Mexico-Havanna (KAP) Papst Benedikt XVI. wird während seines Aufenthaltes in Mexiko zum Ende der Gewalt in dem vom Drogenkrieg erschütterten Land aufrufen: Das erklärte der Apostolische Nuntius Christophe Pierre am Mittwoch (Ortszeit) vor Journalisten in Mexiko. Benedikt XVI. werde seine Botschaften auf die Bereiche Werte und Erziehung konzentrieren, der Schwerpunkt seiner Reise werde allerdings der Aufruf zu einem Ende des Blutvergießens zwischen verfeindeten Drogenbanden sowie der Polizei sein.
Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen sind allein seit 2006 über 50.000 Menschen dem Drogenkrieg zum Opfer gefallen. Zugleich unterstrich der Vatikan-Botschafter nach einem Bericht des mexikanischen Internetportals www.milenio.com, dass der Papst keinerlei Einfluss auf den aktuellen Wahlkampf in Mexiko nehmen wolle. Das einzige offizielle politische Treffen sei eine Unterredung mit Präsident Felipe Calderon. Gespräche mit den Kandidaten der Präsidentschaftswahlen am 1. Juli werde es dagegen nicht geben.
Benedikt XVI. wird am 23. März auf dem Flughafen in Silao im zentralmexikanischen Bundesstaates Guanajuato erwartet. Im 50 Kilometer entfernten Millionenstadt Leon wird er bis zum 26. März bleiben, ehe er weiter nach Kuba reist.
Wenige Tage vor dem Besuch dort besetzten 13 Regimekritiker eine Kirche in Havanna. Nach einem Bericht der in Miami erscheinenden kubakritischen Tageszeitung "El Nuevo Herald" (Donnerstag) fordern die Besetzer ein Treffen mit dem Papst sowie die Freilassung aller politischen Gefangenen und tiefgreifende soziale wie politische Reformen. Offenbar gehören die Demonstranten der illegalen Republikanischen Partei Kubas (PRC) an, wie ein Partei-Sprecher gegenüber ausländischen Journalisten mitteilte.
In einer am Mittwochabend (Ortszeit) auf der Internetseite des kommunistischen Parteiorgans "Granma" veröffentlichten Stellungnahme der Erzdiözese von Havanna, bestätigte Diözesansprecher Orlando Marquez den Vorfall. Demnach hält sich die Gruppe bereits seit Dienstag (Ortszeit) im Gotteshaus auf und weigert sich trotz der Zusage, dass ihre Botschaft weitergeleitet werde, die Kirche zu verlassen. Zudem gebe es Berichte über ähnliche Vorfälle in anderen Kirchen des Landes, allerdings hätten die Demonstranten die Gotteshäuser nach kurzer Zeit wieder verlassen. Die kubanischen Behörden hätten zugesichert, keine Maßnahmen gegen die Demonstranten zu ergreifen.
Die Erzdiözese Havanna verurteilte den Vorfall scharf. Niemand habe das Recht, die Kirchen in Schauplätze eines politischen Kampfes zu verwandeln und die spirituelle Vorfreude der Kubaner auf den Besuch Benedikts XVI. zu stören, heißt es abschließend in der Erklärung.
Der Papst besucht am 26./27. März Santiago de Cuba und am 27./28. März Havanna. Ob er dabei auch Fidel Castro treffen wird, wie häufig spekuliert wird, ist noch unklar. Als erster und bisher einziger Papst besuchte Johannes Paul II. das kommunistische Kuba im Jahr 1998.
"Kathpress" publiziert zur Reise des Papstes ein Themenpaket mit Meldungen und Hintergrundinformationen. Das gesamte Themenpaket, das laufend aktualisiert wird, ist abrufbar unter www.kathpress.at/papstreise
