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Ciudad de Mexico (KAP) Die Kirche in Mexiko erwartet von Papst Benedikt XVI. eine "Botschaft der Hoffnung" angesichts des Drogenkrieges. In einem Interview mit der deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA verlangte der Vorsitzende der nationalen Bischofskonferenz, Erzbischof Carlos Aguiar Retes, ferner ein abgestimmtes internationales Vorgehen. Daran müssten sich auch die Vereinigten Staaten beteiligen: "Solange sich die USA nicht bewusst sind, dass sie als der weltweit größte Drogenmarkt auch der größte Faktor des Problems sind, werden wir weiterhin nicht in der Lage sein, das Problem zu lösen", sagte Aguiar.
Benedikt XVI. bricht am kommenden Freitag zu einem Pastoralreise nach Mexiko und Kuba auf. Der Papstbesuch in den beiden Ländern werde als Reise nach Lateinamerika insgesamt wahrgenommen, sagte Aguiar, der auch Vorsitzender des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM ist. Vertreter aller Bischofskonferenzen des Kontinents seien bei beiden Etappen zugegen.
Aguiar äußerte auch die Erwartung, dass Benedikt XVI. zum "Drama" der in die USA auswandernden Mexikanern Stellung nehmen werde. Die Migranten hätten "das Recht, wie Personen behandelt zu werden, die versuchen, ihre Situation zu verbessern und ein menschenwürdiges Leben zu führen". Benedikt XVI. müsse das Problem auf seine humanitäre Ebene zurückbringen.
Bedenken äußerte Erzbischof Aguiar zu Überlegungen, Drogen zu legalisieren, um dem Rauschgifthandel beizukommen. Mit den "Milliardensummen" aus dem Drogengeschäft seien die Kartelle imstande, Unternehmen und Institutionen zu korrumpieren. Eine Entkriminalisierung berge Risiken und könne als Einladung zum Konsum verstanden werden. Notwendig sei auch die Schaffung wirtschaftlicher Alternativen. Wo es Arbeitsplätze und ökonomische Perspektiven gebe, gehe der Drogenanbau zurück, so der Erzbischof.

