Druckansicht - Wednesday 22. May 2013

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Papst startet am Freitag strapaziöse Lateinamerikareise

Reise vom 23. bis 29. März führt in fünf Städte in Mexiko und Kuba - Benedikt XVI., der am 16. April 85 Jahre alt wird, ist der älteste Papst, der eine Auslandsreise unternimmt - Der mörderische Drogenkrieg dürfte eines der angesprochenen Themen werden

22.03.2012

Vatikanstadt (KAP) Papst Benedikt XVI. beginnt am Freitag eine viel beachtete und sehr strapaziöse Pastoralreise nach Mexiko und Kuba. Es ist seine 23. Auslandsreise und seine erste in die Region des spanischsprachigen Amerika. Insgesamt besucht er fünf Städte in den beiden Ländern. Wegen seiner Reise ließ er die dieswöchige Generalaudienz ausfallen. Benedikt XVI., der am 16. April 85 Jahre alt wird, ist der älteste Papst in der bisherigen Kirchengeschichte, der eine Auslandsreise unternimmt.

 

Der Papst startet am Freitag, 23. März, um 9.30 Uhr mit einer Maschine der Alitalia zu dem 14-Stunden-Flug von Rom-Fiumicino nach Silao/Guanajuato in Mexiko. Für 16.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr MEZ) ist die Begrüßung am Aeropuerto Internacional de Guanajuato vorgesehen. Der Papst fährt von dort im Papamobil die mehr als 30 Kilometer lange Strecke zum Stadtzentrum von Leon (eigentlich Leon de Los Aldama), der mit 1,5 Millionen Einwohnern siebentgrößten Stadt Mexikos.

 

Während seines Aufenthalts wohnt Benedikt XVI. im katholischen Oberstufenkolleg Colegio Miraflores. Das landesweit bekannte Kolleg wird geführt vom spanischen Schwesternorden "Esclavas de la Santisima Eucaristia y de la Madre de Dios", der 1925 in Granada von Madre Trinidad Carreras gegründet wurde.

 

Am Samstag, 24. März, trifft der Papst am Abend im historischen Palast Casa del Conde Rul von Guanajuato, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats, mit dem mexikanischen Staatspräsidenten Felipe Calderon zusammen. Anschließend richtet Benedikt XVI. auf der Plaza de la Paz einen Gruß an Kinder.

 

Am Sonntag, 25. März, feiert der Papst im Messezentrum Parque Guanajuato Bicentenario in Silao eine Messe. Sie steht im Zeichen des von der Kirche am 25. März begangenen Marienfeiertags "Verkündigung des Herrn" (Annuntiatio Domini). Zu dem Gottesdienst, der als zentrales Ereignis der Papstreise angesehen wird, werden bis zu 1,5 Millionen Menschen erwartet.

 

Am Nachmittag betet Benedikt XVI. mit den Bischöfen ganz Lateinamerikas in der Kathedrale von Leon die Vesper. Dabei hält er eine mit Spannung erwartete Ansprache zur kirchlichen und gesellschaftlichen Situation.

 

Der mörderische Drogenkrieg dürfte dabei eines der Themen sein. In kirchlicher Hinsicht wiederum hatte in Mexiko 2010/11 der Missbrauchsskandal des Ordensgründers P. Marcial Maciel (1920-2008) Spuren hinterlassen, nicht zuletzt in Form einer Austrittswelle bzw. Übertrittswelle zu evangelikalen Freikirchen. Sorgen existieren auch im Blick auf die Kirche in anderen lateinamerikanischen Ländern mit partiepolitisch involvierten Bischöfen wie in Honduras, wo ein Bischof für das Präsidentenamt kandidiert. All das dürfte am 25. März angesprochen werden.

 

Auch in Kuba im Papamobil

 

Am Montag, 26. März, fliegt Benedikt XVI. von Silao nach Santiago de Cuba weiter. Dort wird er von Staatspräsident Raul Castro und dem Vorsitzenden der kubanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Dionisio Garcia, offiziell empfangen. Vom Flughafen fährt der Papst im Papamobil zur Plaza Antonio Maceo, um einen Gottesdienst unter freiem Himmel zu feiern. Er steht im Zeichen der 400-Jahr-Feiern der Wiederauffindung des populären Marienbildes der Barmherzigen Jungfrau von El Cobre (Virgen de la Caridad del Cobre).

 

Am Tag darauf besucht der Papst am Morgen das in El Cobre gelegene Wallfahrtszentrum Santuario de la Virgen de la Caridad. Dann reist er in die Hauptstadt Havanna weiter, wo er von Kardinal Jaime Ortega am Flughafen "Jose Marti" erwartet wird. Im Palast der Revolution stattet er Staats- und Ministerratspräsident Raul Castro einen Besuch ab. Für den Abend steht ein gemeinsames Essen mit den kubanischen Bischöfen in der Nuntiatur, wo Benedikt XVI. auch wohnen wird, auf dem Programm.

 

Der Gottesdienst am Mittwoch, 28. März, 9 Uhr (16 Uhr MEZ), auf der Plaza de la Revolucion von Havanna dürfte - neben der Messe in Silao - zu den Höhepunkten der 23. Auslandsreise von Benedikt XVI. gehören. Für den Nachmittag (16.30 Uhr Ortszeit) ist die Abschiedszeremonie vorgesehen. Nach elfstündigem Flug wird der Papst am Folgetag um 10.15 Uhr in Rom-Ciampino zurückerwartet.

 

"Keine ganz einfache Reise"

 

Bereits vergangene Woche hatte der päpstliche Privatsekretär Georg Gänswein erklärt, Benedikt XVI. gebe seinen Predigten und Ansprachen "die letzten Feinschliffe". Es handle sich um "keine ganz einfache Reise". Dem Papst gehe es jedoch gut und er sei guter Dinge.

 

Vatikansprecher P. Federico Lombardi bestätigte am vergangenen Freitag, dass es in Kuba kein Gespräch des Papstes mit Dissidenten geben werde - so hatte es auch schon sein Vorgänger bei seinem historischen Besuch im Jahr 1998 gehalten.

 

Von politischen Geschenken für den Papst spricht mittlerweile niemand mehr. Noch im Dezember war angesichts einer Generalamnestie für 2.900 Häftlinge, unter ihnen auch einige Dissidenten, von einem "Weihnachtsgeschenk" für den Papst die Rede gewesen. Kuba verwahrte sich damals allerdings gegen eine solche Interpretation. Es handle sich um einen normalen humanitären Akt der Regierung, so der Botschafter des Landes beim Heiligen Stuhl.

 

Kleine "Geschenke" oder zumindest wohlwollende Gesten waren in den vergangenen Wochen auch von vatikanischer Seite zu verzeichnen: eine kurze Notiz über den Parteitag der Kommunisten auf Kuba im "Osservatore Romano" etwa oder immerhin drei Interviews mit dem kubanischen Botschafter beim Heiligen Stuhl in vatikanischen Medien. Von Menschenrechtsverletzungen war darin keine Rede.

 

Glaubt man Kubas Botschafter beim Heiligen Stuhl, dann besitzt die katholische Kirche im Land mittlerweile alle Rechte und Freiheiten. Die Festnahme mehrerer Dutzend "Damen in Weiß" u.a. nach Gottesdiensten macht jedoch deutlich, dass eine gesellschaftliche Einmischung von Katholiken weiterhin unerwünscht ist.

 

Da das Thema Religionsfreiheit Benedikt XVI. besonders am Herzen liegt, dürfen seine Äußerungen zur Lage der Kirche in Kuba mit Spannung erwartet werden. Zuhören werden dem Papst auf Kuba immerhin auch die Kommunisten - und zwar mit "Respekt", wie die Zeitung "Granma", das Organ des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei, ankündigte.

 

 

 

 

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