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Ciudad de Mexico (KAP) Am zweiten Tag seiner Mexiko-Reise ist Papst Benedikt XVI. mit Staatspräsident Felipe Calderon zusammengetroffen. Über Einzelheiten der privaten Unterredung am Samstagabend (Sonntagmorgen MESZ) am Gouverneurssitz des Bundesstaates Guanajuato wurde zunächst nichts bekannt.
Nach der Unterredung stellte der 49-jährige Politiker dem Papst seine Frau und ihre drei gemeinsamen Kinder vor. Parallel zu dem rund 45-minütigen Treffen fand in einem weiteren Raum des Gouverneurspalastes in Guanajuato eine Begegnung von Kardinalsstaatsekretär Tarcisio Bertone mit Regierungsvertretern statt.
Auf der Fahrt von Leon in die Weltkulturerbestadt säumten wieder zahlreiche Menschen die Straßen und begrüßten den Papst mit Jubel und Sprechchören. In Guanajuato, einer von spanischer Kolonialarchitektur geprägten Stadt, ließen die Menschen von den Balkonen der Häuser Lametta auf die Papstkolonne niederregnen. Auf der historischen Plaza de la Paz vor dem Gouverneurspalast empfingen ihn Hunderte Musiker mit typisch mexikanischem Liedgut und "Benedicto"-Rufen.
Im Anschluss an das Treffen richtete sich der Papst vom Balkon des Gebäudes an mehrere hundert auf dem mit Vatikan- und Mexikofahnen geschmückten Platz versammelten Kinder, Jugendlichen und ihre Eltern. Danach kehrte Benedikt XVI. in die knapp 60 Kilometer entfernte Millionenstadt Leon zurück; dort wohnt er während seines Aufenthaltes in dem klosterähnlichen Kolleg "Santisima Virgen de Miraflores".
Waffenhandel und Todesstrafe
Im Mittelpunkt der privaten Unterredung zwischen Benedikt XVI. und Calderon stand unter anderem die Bekämpfung des internationalen Waffenhandels. Beide hätten die Notwendigkeit eines internationalen Waffenhandelsabkommen hervorgehoben, heißt es in einer anschließend veröffentlichten Erklärung der mexikanischen Regierung. Eine solche Übereinkunft müsse möglichst bald einen "verantwortlichen Handel" mit Kleinwaffen und leichten Waffen regeln. Deren ungehinderte Verbreitung begünstige das organisierte Verbrechen.
Weitere Themen des rund 20-minütigen Gesprächs waren demnach die Eindämmung des Hungers in der Welt, die atomare Abrüstung sowie die Folgen des globalen Klimawandels. Calderon und der Papst sprachen laut Mitteilung auch über die humanitären Aktivitäten des Vatikan wie dessen Eintreten für eine Abschaffung der Todesstrafe. Mexiko hat gegenwärtig den Vorsitz der Gruppe der G-20-Staaten inne.
Vatikansprecher Federico Lombardi teilte nach dem Gespräch mit, der Papst und Calderon hätten auch über eine wertegebundene Erziehung sowie über den Beitrag der katholischen Kirche zur Schaffung einer friedlichen Gesellschaft gesprochen. Auch das Thema Religionsfreiheit sei kurz zur Sprache gekommen.
Nach der Zusammenkunft im Gouverneurspalast von des zentralmexikanischen Guanajuato, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, wurde Benedikt XVI. von mehreren Tausend Menschen auf dem Platz vor dem Gebäude begeistert empfangen. In einer Ansprache an Kinder rief der Papst zu einem verstärkten Schutz von Kindern vor Gewalt, Vernachlässigung und Hunger auf. Am Ende der von Jubelrufen unterbrochenen Ansprache befreite Benedikt XVI. gemeinsam mit einigen Kindern weiße Tauben als Symbol des Friedens.
Treffen mit Opfern
Benedikt XVI. ist in Mexiko mit Opfern des Drogenkriegs zusammengetroffen. Die Begegnung im mexikanischen Guanajuato kam auf Vermittlung von Staatspräsident Felipe Calderon zustande, wie das Präsidialamt mitteilte. Benedikt XVI. sprach mit acht Angehörigen von Personen, die getötet oder verschleppt worden waren, sprach ihnen Trost zu und segnete sie.
Unter den Teilnehmern des kurzen Treffens im Anschluss an die Unterredung des Papstes mit Calderon war eine Mutter, deren vier Kinder von Kriminellen entführt wurden, die Witwe eines Militärs, der bei einem Einsatz gegen das organisierte Verbrechen ums Leben kam, und die Schwester einer Studentin, die als Unbeteiligte im Kreuzfeuer starb. Die Personen waren vom Präsidentenehepaar ausgewählt worden. Sie standen repräsentativ für die 50.000 Opfer des mexikanischen Drogenkrieges seit 2006.
