Druckansicht - Friday 24. May 2013

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Papst für Orientierung am Glauben der großen Amerikamissionare

Benedikt XVI. feiert Vesper mit Bischöfen aus ganz Lateinamerika - "Auch 200 Jahre nach Erreichen der Unabhängigkeit vieler lateinamerikanischer Nationen muss Glauben weiterhin seine Strahlkraft bewahren"

26.03.2012

Ciudad de Mexico (KAP) In seiner letzen großen Ansprache auf mexikanischem Boden hat Papst Benedikt XVI. am Sonntagabend Ortszeit (Montagfrüh MESZ)die Bischöfe Lateinamerikas zu einer großangelegten Neuevangelisierung aufgerufen. Der katholische Glauben habe das Leben, die Gebräuche und die Geschichte des Kontinents deutlich geprägt, betonte er am bei einem Vespergottesdienst in der Kathedrale von Leon. Auch 200 Jahre nach Erreichen der Unabhängigkeit vieler lateinamerikanischer Nationen müsse der Glauben weiterhin seine Strahlkraft bewahren, forderte der Papst. Eine Rückbesinnung auf das Ideal der großen Amerikamissionare sei dabei eine wertvolle Orientierungshilfe.

 

Benedikt XVI. verwies die mehr als 200 versammelten Bischöfe aus allen Teilen Lateinamerikas und der Karibik auf das im Herbst beginnende "Jahr des Glaubens". Es habe zum Ziel, die Menschen zu Christus zu führen, sie von der Sünde zu befreien und sie auf eine "verantwortungsvolle Freiheit" hinzuleiten.

 

Die Kirche müsse auf der Seite derer stehen, die ausgegrenzt seien "durch Gewalt, Macht oder einen Reichtum, der jene ignoriert, denen es nahezu an allem fehlt". Mensch zu sein bedeute, "Bruder und Hüter des Nächsten zu sein", so Benedikt XVI.

 

Er mahnte bei den Bischöfen eine besondere Rückenstärkung für die katholischen Laien an. Es sei "nicht recht, dass sie das Gefühl haben, als Menschen von geringer Bedeutung in der Kirche angesehen zu werden".

 

Als Elemente der Neuevangelisierung nannte der Papst ein verstärktes Studium und eine bessere Verbreitung der Heiligen Schrift. Sie müsse zu einer "Kraft der Hoffnung, der Freiheit und des Heils für alle Menschen" werden. Er ermahnte die Bischöfe, sich auch besonders um die Seminaristen und um die Priester als ihre wichtigsten Mitarbeiter zu kümmern. Dabei dürfe bei unangebrachtem Verhalten auch die "väterliche Ermahnung" nicht fehlen.

 

Mit Blick auf die Geschichte dankte Benedikt XVI. vor allem den Bischöfen, Missionaren und Gläubigen, die das Christentum in Phasen der Verfolgung und unter Missachtung bewahrt und verbreitet hätten.

 

Am Ende des eineinhalbstündigen Vespergottesdienstes startete Benedikt XVI. per Fernsteuerung eine neue Beleuchtung für die Christkönig-Statue auf dem Cerro Cubilete, die in 2.700 Meter Höhe die Stadt Leon überragt. Gleichzeitig mit der neuen Illuminierung löste er ein fulminantes Feuerwerk aus.

 

640.000 kamen zur Papstsmesse

 

Bei einer Pressekonferenz in Leon sagte Vatikansprecher P. Federico Lombardi am Sonntagabend, insgesamt 640.000 Menschen hätten an der Papstmesse im "Parco de Bicentenario" teilgenommen. Lombardi berief sich auf Schätzungen des mexikanischen Bundesstaates Guanajuanto, in dem Leon liegt. Der Vatikansprecher bezeichnete die Messe als "historisch". Er hob zudem hervor, dass der Papst seine Predigt in spanischer Sprache mit außergewöhnlicher Klarheit und Ausdrucksstärke vorgetragen habe.

 

Für Benedikt XVI, sei das hauptsächliche Zweck der Reise erreicht, unterstrich Lombardi weiter. Der Papst wollte den Menschen in Mexiko begegnen. Und das festliche Klima und der herzliche Empfang zeigten, dass dieses Ziel erreicht sei. Nach der engen Verbundenheit der Mexikaner mit Johannes Paul II. hätte man denken können, dass zu einem Nachfolger eine gewisse Distanz bestehe. Diese Distanz seit jedoch durch die Reise und die Begegnungen überwunden, sagte der Sprecher. Das komme auch in dem immer wieder zu hörenden Slogan zum Ausdruck: "Benedicto, Hermano, ya eres mexicano" (Benedikt, Bruder, du bist schon Mexikaner".

 

 

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