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Rom-Aachen (KAP) Papst Benedikt XVI. ist am Donnerstagvormittag von seiner sechstägigen Lateinamerika-Reise nach Rom zurückgekehrt. Der Papst landete nach einem gut zehnstündigen Flug aus Havanna mit leichter Verspätung um 10.37 Uhr auf dem Flughafen Fiumicino und fuhr von dort in den Vatikan. Am Palmsonntag will Benedikt XVI. auf dem Petersplatz die Liturgie leiten. Konzelebrant ist u.a. der Erzbischof von Rio de Janeiro, Orani Jaoa Tempesta. Der Papst möchte im Juli 2013 zum zweiten Mal Brasilien besuchen. Anlass der Reise ist der katholische Weltjugendtag in Rio.
Seine 23. Auslandsreise hatte Benedikt XVI. am vergangenen Freitag in Mexiko begonnen. Dort rief er zur Erneuerung des katholischen Glaubens in Lateinamerika auf. Bei einer Messe mit mehr als 600.000 Gläubigen im zentralmexikanischen Leon wandte er sich gegen ein oberflächliches und gewohnheitsmäßiges Christentum. Auch betete er für die Opfer von Gewalt und Armut in dem von Drogenkriegen und Auswanderung geprägten Land. Der Freiluftgottesdienst war die größte Veranstaltung der Reise.
"Auf Kuba gute Balance gefunden"
Der in Aachen lehrende kubanische Theologe und Philosoph Raul Fornet-Betancourt zog in einem "Deutschlandfunk"-Interview am Donnerstag eine positive Bilanz des Papstbesuchs. "Die Reise war ein diplomatisches Stück gute Arbeit", sagte er. Benedikt XVI. habe die Balance gefunden, heikle Punkte wie die politischen Gefangenen anzusprechen, ohne große Irritationen hervorzurufen. Auf Kuba seien Kritiker sehr schnell in der Gefahr, als Partei für die Interessen der USA angesehen zu werden.
Fornet-Betancourt betonte, es gehe darum, den angefangenen Dialog zugunsten der ganzen kubanischen Gesellschaft weiter zu vertiefen. Wenn man die Fronten verhärte, könne der Dialog abbrechen. Der Theologe verteidigte deshalb auch einen kubanischen Pfarrer, der Oppositionelle aus einer Kirche verwiesen habe. Die katholische Kirche wolle eine politische Autorität und für alle kubanischen Gruppen da sein. "Und wenn eine politische Gruppe eine Kirche für ihre politische Situation instrumentalisiert, das finde ich auch nicht in Ordnung."
Zur Haltung der Castro-Brüder zur katholischen Kirche sagte Fornet-Betancourt, beide sähen die Kirche als eine moralische Kraft an, die ethische Werte für die Politik vermittele. So hätten der Papst und die Castro-Brüder von globaler Solidarität gesprochen. Bei diesem Thema erhofften sich die Castros "tatsächlich eine Schützenhilfe von der Predigt der Kirche". Die religiöse Botschaft interessiere Raul und Fidel Castro weniger.
Fornet-Betancourt verwies darauf, dass die katholische Erziehung bei den Jesuiten insbesondere bei Fidel Castro immer eine Rolle gespielt habe. "Es ist kein Zufall, dass hauptsächlich Fidel Castro immer für eine moralische Allianz zwischen Christen und Marxisten plädiert hat. Es gibt, sagte er einmal, tausend und mehr Konvergenzen zwischen Marxismus und Christentum als zwischen Marxismus und Kapitalismus." Fidel Castro sei schon immer für eine radikale Lektüre des Evangeliums offen gewesen, auch für Gespräche mit der Befreiungstheologie. "Das alles spricht dafür, dass diese katholische Erziehung nicht ganz umsonst ist", meinte der Theologe.
