Druckansicht - Monday 20. May 2013

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Synode: Kirche selbst braucht Neuevangelisierung

Abschlussbotschaft der Bischofssynode am Freitag im Vatikan präsentiert - "Verkündigung des Evangeliums verpflichtet die Kirche, bei den Armen zu sein" - Hinter Atheismus lässt sich nicht Leere sondern "Nostalgie" erkennen

26.10.2012

Vatikanstadt (KAP) Die Neuevangelisierung richtet sich als Auftrag wesentlich an die Kirche selbst: Das haben die Teilnehmer der gegenwärtig in Rom tagenden Weltbischofssynode in ihrer am Freitag veröffentlichten Schlussbotschaft betont. Eine solche Neuevangelisierung sei auf allen Kontinenten notwendig, denn überall sei "die Notwendigkeit spürbar, einen Glauben wiederzubeleben, der Gefahr läuft, sich zu verdunkeln in den kulturellen Kontexten, die seine persönliche Verwurzelung, seine soziale Präsenz, die Klarheit seiner Inhalte und die entsprechenden Früchte behindern".

 

Die Synodenväter sprechen den Gläubigen in ihrer Botschaft Mut zu, diesen Einsatz mit Entschlossenheit und ohne Furcht trotz mancher Probleme anzugehen. Die Phänomene der Globalisierung müssten ebenso wie die Probleme der Migration eine Gelegenheit sein, die Gegenwart des Evangeliums auszuweiten. Bei dieser Neuevangelisierung lasse sich die Kirche nicht von den Widersprüchen und Herausforderungen der Welt einschüchtern, betonten die 400 Synodalen zum Abschluss ihrer dreiwöchigen Beratungen. Es gebe keinen Grund zu Pessimismus. "Das Böse wird nie das letzte Wort haben, weder in der Kirche, noch in der Geschichte".

 

Mit Demut, aber auch mit Entschiedenheit gehe die Kirche auf die Welt zu und möchte ihr die Einladung Gottes bringen, heißt es in der Botschaft. "Unsere Kirche ist lebendig und begegnet den Herausforderungen der Geschichte mit dem Mut des Glaubens und dem Zeugnis so vieler ihrer Glieder." Sie wisse um die Probleme und Herausforderungen. "Die Säkularisierung, aber auch die Krise der Vorherrschaft von Politik und Staat, fordern von der Kirche, die eigene Präsenz in der Gesellschaft im Hinblick auf die Religionsfreiheit neu zu überdenken, ohne jedoch auf sie zu verzichten."

 

Die vielen und ständig neuen Formen der Armut öffneten der Nächstenliebe unbekannte Räume, fügten die Synodalen hinzu. "Die Verkündigung des Evangeliums verpflichtet die Kirche, bei den Armen zu sein". Und auch "in den rauesten Formen des Atheismus und des Agnostizismus glauben wir, nicht eine Leere, sondern eine Nostalgie, wenn auch auf widersprüchliche Weise, eine Erwartung, die auf eine passende Antwort wartet, erkennen zu können".

 

Eine wesentliche Rolle bei der Weitergabe des Glaubens spiele die Familie, auch wenn diese heute "überall von Krisenfaktoren durchzogen" sei, heißt es in der Botschaft. Eine Neuevangelisierung sei ohne deren ausdrückliche Verantwortung nicht denkbar. Die Familie sei heute "umgeben von Lebensmodellen, die sie benachteiligen; sie wird von der Politik jener Gesellschaft benachteiligt, deren grundlegende Zelle sie doch ist; sie wird nicht immer in ihrem Lebensrhythmus respektiert. Daher müsse gerade die Familie von der Kirche in besonderer Weise begleitet und gefördert werden.

 

Die Botschaft verweist ausdrücklich auf Formen der Familien und des Zusammenlebens, die nicht den kirchlichen Vorstellungen entsprächen, an Ehen ohne Trauschein, an das Scheitern von Ehen. "Allen jenen möchten wir sagen, dass die Kirche sie liebt und ein einladendes Haus für alle ist, und dass sie Glieder der Kirche bleiben", auch wenn sie nicht die Eucharistie empfangen könnten.

 

Botschaft zeigt Gemeinschaft der Bischöfe

 

Die am Freitag veröffentlichte Botschaft der im Vatikan tagenden Bischofssynode ist nach den Worten von Kardinal Giuseppe Betori Ausdruck der großen Gemeinschaft unter den Bischöfen. Die Botschaft sei aussschließlich aus den Redebeiträgen der Bischöfe entstanden und nicht durch von Außen stammende Konzepte geprägt worden, sagte der Vorsitzende der Vorbereitungskommission der Botschaft am Freitag vor Journalisten im Vatikan.

 

Die Synode sei so ein "sehr konkretes Beispiel" für Teilhabe der Bischöfe an der Kirche, die durch demokratische Verfahren nicht verwirklicht werden könne. Diese führten stets zu einer Spaltung in Mehrheit und Minderheit. In der Botschaft der Synode hingegen gebe es keine Mehrheiten und Minderheiten, jeder Bischof habe seinen Beitrag geleistet.

 

An dem Entwurf der Synoden-Botschaft hätten nur "zwei bis drei sehr kleine Ergänzungen" sowie einige sprachliche Präzisierungen vorgenommen werden müssen, so der Kardinal von Florenz.

 

 

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