Druckansicht - Wednesday 22. May 2013

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Papst: Arbeit und Familie miteinander in Einklang bringen

An großer "Familienmesse" mit Benedikt XVI. in Mailand nahm eine Million Gläubige aus mehr als 100 Ländern teil - Sammlung der Abschlussmesse zum VII. Weltfamilientreffen kam Erdbebenopfern zugute - Papst kündigt Philadelphia als Schauplatz des nächsten Weltfamilientreffens an

03.06.2012

Mailand (KAP) Papst Benedikt XVI. hat sich am Sonntag in Mailand für ein "harmonisches Gleichgewicht zwischen Familie, Arbeit und Fest" ausgesprochen. Kritik übte er an einer "utilitaristischen Logik des Marktes", die auch Eingang gefunden habe in die Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen. Benedikt XVI. äußerte sich in seiner Ansprache bei der Messe mit einer Million Gläubigen auf dem Mailänder Flughafen Bresso. "Arbeitszeiten und Anforderungen der Familie, Beruf und Mutterschaft, Arbeit und Fest miteinander in Einklang zu bringen ist wichtig für den Aufbau einer Gesellschaft, die menschliche Züge trägt. Gebt dabei immer der Logik des Seins gegenüber der des Habens den Vorzug: erstere baut auf, die zweite wirkt letztlich zerstörend", sagte der Papst.

 

An der großen "Familienmesse" nahmen Gläubige teil, die aus mehr als 100 Ländern angereist waren. Auch der italienische Ministerpräsident Mario Monti war unter den Mitfeiernden. Die Sammlung bei der Abschlussmesse zum VII. Weltfamilientreffen kam den Caritasstellen jener italienischen Diözesen zugute, die vom Erdbeben betroffen sind. Der Papst kündigte zudem an, dass das nächste (VIII.) Weltfamilientreffen 2015 in Philadelphia (USA) stattfinden werde.

 

In den modernen Wirtschaftstheorien werde Arbeit nur von seiner Nützlichkeit her bewertet, wobei es ausschließlich um Produktivität und um Erfordernisse des Marktes gehe, fasste Benedikt XVI. zusammen: "Der Plan Gottes und die Erfahrung selbst zeigen aber, dass es nicht die einseitige Logik des eigenen Nutzens und des maximalen Profits ist, die zu einer harmonischen Entwicklung, zum Wohl der Familie und zum Aufbau einer gerechteren Gesellschaft beitragen kann, weil sie zu erbitterter Konkurrenz, starken Ungleichheiten, zu Umweltschäden, Konsumismus und zu Schwierigkeiten in den Familien führt." Besonders schlimm sei, wenn sich die utilitaristische Denkweise auf die zwischenmenschlichen und familiären Beziehungen ausweite.

 

Die Ansprache enthielt auch eine starke Ansage zum Schutz des Sonntags. Der "Tag des Herrn" müsse geschützt werden, "es ist der Tag des Menschen und seiner Werte". Dabei erwähnte Benedikt XVI. als Sonntags-Merkmale "gemeinsames Mahl, Freundschaft, Solidarität, Kultur, Kontakt mit der Natur, Spiel, Sport". Der Sonntag sei "Tag der Familie, an dem man gemeinsam den Sinn des Festes, der Begegnung, des Miteinander-Teilens und auch der Teilnahme an der heiligen Messe erleben soll".

 

Der Papst betonte die Überzeugung der Kirche von der auf das Geheimnis Gottes hinweisenden Symbolik der auf die Ehe von Mann und Frau gegründeten Familie. Gott habe "den Menschen als Mann und Frau geschaffen, mit gleicher Würde, aber auch mit besonderen und sich ergänzenden Eigenschaften, weil die beiden einander ein Geschenk sein, sich gegenseitig aufwerten und eine Gemeinschaft der Liebe und des Lebens verwirklichen sollten".

 

Benedikt XVI. richtete sich aber auch an die Geschiedenen. Er wolle "ein Wort den Gläubigen widmen, die zwar die Lehre der Kirche über die Familie teilen, jedoch von schmerzlichen Erfahrungen des Scheiterns und der Trennung gezeichnet sind". Sie sollten wissen, dass der Papst und die Kirche sie in ihrer Not unterstützten. "Ich ermutige euch, mit euren Gemeinden verbunden zu bleiben, und wünsche mir zugleich, dass die Diözesen geeignete Initiativen ergreifen, um euch aufzunehmen und Nähe zu vermitteln", sagte Benedikt XVI.

 

 

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